Design- und Umweltansprüchen gleichermaßen gerecht zu werden, ist die große Herausforderung der Bewerber des Bundespreis ecodesign. Der Preis ist die höchste staatliche Auszeichnung für ökologisches Design in Deutschland. Seit 2012 wird die Auszeichnung jährlich vom Bundesumweltministerium (BMUB) und dem Umweltbundesamt (UBA) in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Design Zentrum Berlin (IDZ) vergeben. Dieses Jahr wurden 360 Einreichungen von Experten geprüft, davon 163 zugelassen und 26 Nominierte schafften es die Jury zu überzeugen. Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks und die Präsidentin des Umweltbundesamtes Maria Krautzberger zeichneten heute im Rahmen einer feierlichen Ehrung im Bundesumweltministerium die Preisträger des Bundespreis ecodesign 2016 aus. Über 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft und der Designbranche feierten in den Lichthöfen des Bundesumweltministeriums. Dr. Barbara Hendricks betonte in ihrer Ansprache die Relevanz ressourcenschonenden Konsumverhaltens und damit die Umweltentlastung. Ökologische Produkte müssen nicht nur umweltfreundlich sein, sondern auch das Auge mit ihrem Design erfreuen. So kann der nachhaltige Konsum aus der Nische herausgeholt werden.

In der Kategorie “Produkt” gewann der ALL WEATHER COAT von QWSTION und development never stops llc. Der  Mantel besteht aus reiner Bio-Baumwolle, ist atmungsaktiv und besitzt zugleich eine wasserabweisende Struktur. Um ihn regenfest zu machen, werden extralange Stapelfasern gesponnen, gezwirnt und in höchstmöglicher Dichte verwoben. Dieser Prozess kommt ganz ohne den Einsatz chemischer Substanzen aus. Jurymitglied Rita Schwarzelühr-Sutter begründete die Entscheidung folgendermaßen: „Gerade bei Outdoorbekleidung spielt die Verwendung von Chemikalien bisher noch eine große Rolle. Der ‚ALL WEATHER COAT‘ verfolgt einen alternativen Ansatz: er ist aus Biobaumwolle gefertigt und bietet dank einer speziellen Webetechnik trotzdem die Eigenschaften einer Funktionsjacke. Beim Design wurde darauf geachtet, dass Verschleißteile leicht ersetzt werden können. So kann der Mantel lange genutzt werden, was zur Ressourcenschonung beiträgt. Der Mantel überzeugt auch ästhetisch. Und das ist schließlich die Voraussetzung dafür, dass ein Kleidungsstück lange getragen wird!

Ein weiterer Gewinner in der Kategorie “Produkt” ist die Climatex Collection des Unternehmen Climatex AG. Die Stoffe der „Climatex Collection“ entstehen aus einer neuen Gewebetechnologie, die Natur- und Kunstfasern verbindet und gleichsam ihre sortenreine Trennung ermöglicht. Schwer entzündbar, langlebig, reißfest und temperatur- sowie feuchtigkeitsregulierend: Sie wärmen bei Kälte und kühlen bei Hitze. Die Textilien sind sowohl Cradle to Cradle Gold- als auch nach Ökotex-Standard zertifiziert. Sie finden unter anderem Anwendung in den Bereichen Mode und Interieur.  Die Jurymitglieder Prof. Friederike von Wedel-Parlow und Magdalena Schaffrin begründeten die Wahl wie folgt: „Intelligente Innovation, bei der sich Gewebetechnologie und Materialmix zu einer Funktionalität verbinden, die einen wahren Mehrwert und Komfort im Gebrauch bietet. Dazu sicher für die Umwelt durch die Positivdefinition aller Inhaltsstoffe, umfassend kreislauffähig und transparent über die gesamte Lieferkette. Absolut vorbildlich in jeder Hinsicht.“

Die Preisträgerin Mayya Saliba wurde in der Kategorie “Nachwuchs” mit Sustainability and Other stories ausgezeichnet. Die Modedesignerin möchte mit ihrem Projekt deutlich machen, wie der Widerspruch von „Fast Fashion“ und Nachhaltigkeit durch eine Kreislaufwirtschaft aufgehoben werden kann. Somit wird auch die umweltpolitische Rolle von Design deutlich und schnelllebiges Konsumverhalten in einer globalisierten Welt in Frage gestellt. Die Gewinnerin teilte dem Publikum mit, dass sie durch die Auszeichnung nun noch motivierter sei sich dem Thema Mode und Nachhaltigkeit zu widmen. „Sustainability and Other Stories” ist Fallstudie und Kollektion zugleich. Die Stücke der Kollektion sind aus Monomaterial gefertigt und können in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden. Das Jurystatement zur Entscheidung von Prof. Anna Berkenbusch: „Die meisten Menschen haben Freude an Mode und ziehen sich gern schön an; herausragende Ereignisse werden oft mit neuer Kleidung gewürdigt. Die vorgestellte Kollektion ist zwar für eine kurze Lebensdauer gedacht, aber komplett rückführbar. Diese studentische Arbeit hat ein sehr hohes Niveau, sie setzt sich umfassend mit den komplexen Fragen von Nachhaltigkeit auseinander.“

Alle nominierten und prämierten Beiträge werden öffentlichkeitswirksam in verschiedenen Medien, einer Online-Ausstellung sowie in einer Wanderausstellung auf Messen und in Museen präsentiert. Die Ausstellung und das Begleitprogramm sind Teil des Umweltkommunikations- und Netzwerkprojektes „Ecodesign als Beitrag zu einer umweltverträglichen und materialeffizienten Produktgestaltung“, das mit fachlicher und finanzieller Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt durchgeführt wird. Das Projekt möchte kleine und mittlere Unternehmen, Designbüros und Agenturen für das Thema Ecodesign sensibilisieren und sie für die Anwendung ökologischer Prinzipien gewinnen.

bundespreis-ecodesign.de

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One thought on “Der Bundespreis ecodesign 2016 goes toooo….

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