Allium mit Bienchen ©ichsehgruen

Bienen sind wahrhaftige Blumenkinder und brauchen als Lebensgrundlage Nektar. Die fleißigen Insekten sind für die Bestäubung von Pflanzen und damit für 1/3 des Ernteertrags verantwortlich sind, sind auch wir Menschen abhängig von ihnen. Seit Jahren sinkt jedoch weltweit die Population der Bienenvölker. Pestizide, Zerstörung von Lebensräumen, industrielle Landwirtschaft und Stadtausbreitung sind schuld.

„Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“ (Albert Einstein)

Was können wir zum Erhalt der Bienen tun? Wir zeigen euch Tipps und stellen Pflanzen vor, mit denen ihr ein bienenfreundliches Paradies im Garten und auch auf dem Balkon zaubern könnt.  

Roter Sonnenhut mit ungefüllten Blüten  ©ichsehgruen

    1. EINHEIMISCHE PFLANZEN MIT UNGEFÜLLTEN BLÜTEN 

Einheimische Pflanzen mit ungefüllten Blüten sind die beste Nahrungsquelle für Bienen. Exotische Pflanzen hingegen sind nicht die beste Wahl und bei Blumen mit gefüllten Blüten, kommen die Bienen erst gar nicht an die Pollen. Wenn die Staubblätter sogar ganz weggezüchtet sind, ist die Blüte für Bienen völlig nutzlos. Gerade in den letzten Jahren wuchs das Interesse an Exoten und von allen möglichen Blüten wurden gefüllte Versionen gezüchtet. Gefüllt war “in”. Das lässt Gott sei dank mehr und mehr nach und die ungefüllten Sorten sind wieder im Kommen. Rosen sind ein gutes Beispiel und hier greifen wir direkt die Königsklasse an. Die sind natürlich gefüllt wunderschön, aber auch eine ungefüllte Rambler Sorte oder eine wilde Rose haben ihre Vorzüge, wie das Bilden unzähliger Blüten, die im Herbst zu Hagebutten werden. 

Sommerflieder ©ichsehgruen

 2. ARTENVIELFALT ERZEUGEN

Wie wir Menschen brauchen auch die Bienen Abwechslung auf dem Speiseplan. In Deutschland gibt es über 550 Arten von Wildbienen und einige von ihnen ernähren sich nur  von einer einzigen Pflanzenfamilie. Man nennt sie oligolektische Bienen oder Pollenspezialisten. Daher macht es Sinn verschiedene Blüten zu wählen. Besonders beliebt sind naturnahe Stauden und Wildstauden, die noch dazu wesentlich robuster als überzüchtete sind. Beispiele sind hier (ungefüllter) Bauernjasmin, Feuerdorn, (Sommer-) Flieder und Lavendel. Wer den Platz hat, bietet Bienen eine nahrhafte Blumenwiese. Weiden-Samenmischungen mit dem Hinweis “bienenfreundlich” sind ein großes Geschenk für das fleißige Insekt. 

Rosa Herbstanemone ©ichsehgruen

3. BLÜHFOLGE BEACHTEN

Früh-, Mittel- und Spätblüher sollten gemischt werden. So finden die Bienen das ganze Jahr über genug Nahrung, und der Gärtner freut sich über das stetige Blütenmeer. Gerade im Frühjahr gibt es wenig Nahrung für Bienen. Mit ein paar wenigen Frühblühern kann man hier Abhilfe schaffen. Einer der ersten Blüten im Garten gehört dem Winterling. Gelb breitet er sich rasant im ganzen Garten aus und verschwindet nach der Blüte wieder. Krokusse gehören auch zu den ganz frühen Blühern, an denen sich Bienen erfreuen. Außerdem frühblühende Kirschen, Weiden und frühe Tulpen helfen den Bienen, sich nach einem langen Winter zu stärken. Bis in den späten Herbst blühen die Astern, die es in zahlreichen ungefüllten Sorten gibt. Auch Rosen und verschiedene Storchschnabel-Sorten blühen bis zum ersten Frost.

Altes Holz kann zum Bienenhotel werden und so Nist- und Überwinterungshilfen bieten ©ichsehgruen

4. WOHNRÄUME UND NISTHILFEN SCHAFFEN

Überall gibt es mittlerweile Bienenhotels zu kaufen, aber sind die wirklich so ökologisch? Ist es nicht besser, wenn man einfach selbst eine Ecke gestaltet mit angebohrtem altem Holz oder ein paar hohlen Ästen? Wir finden schon. Hartholz wie Ahorn, Kastanie oder Walnuss eignen sich perfekt für diesen Zweck. Ein Alter dicker Ast aus dem Wald oder ein Stück Kaminholz ein paar Mal angebohrt, um Fraßgänge von Käfern zu imitieren; et voila, fertig ist das Bienenhaus. Auch eine Ecke mit Totholz oder Steinen im Garten ist Bienen ein wertvoller Platz zum Nisten und Überwintern. 75 Prozent der Wildbienen nisten übrigens im Boden. Deshalb sind offene, sandige Bodenstellen als Nistgelegenheit sowie mit Lehm oder Löß ohne Stroh gefüllte Kisten willkommen. Auch Bienen trinken und freuen sich über Wasserstellen.

Eisenkraut ©ichsehgruen

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WERTVOLLE TIPPS FÜR EIN BIENENFREUNDLICHES PARADIES #GreenGardeningChallenge #2

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