Mit der achten ZEITmagazin KONFERENZ Mode & Stil wurde das Thema »It’s The Fashion, Stupid!« im Kontext der globalen Bedeutung durchleuchtet. puristica freute sich dieses Mal ganz besonders über die Sprecherin Livia Firth, die im Gespräch mit Christiane Arp die Bedeutung von nachhaltiger Mode beleuchtet.

Livia, gebürtige Italienerin, ist Gründerin und Creative Director von Eco Age. Als passionierte Aktivistin und ethisch orientierte Konsumentin ernannte Oxfam Livia zum Global Ambassador. Sie ist außerdem Gründungsmitglied bei The Circle, der Fraueninitiative von Annie Lennox. Livia wurde mit Preisen wie den UN Fashion 4 Development Award, den Rainforest Alliance Award for Outstanding Achievement in Sustainability und dem Ehrenpreis des Deutschen Nachhaltigkeitspreises ausgezeichnet. Sie ist Initiatorin der Green Carpet Challenge (GCC). Livia ist seit 1997 mit dem Schauspieler und Oscar-Preisträger Colin Firth verheiratet.

Als 2008 Livia mit Oxfam nach Bangladesch reiste, um mehr über die Arbeitsbedingungen der Frauen in der Bekleidungsbranche zu erfahren, wurde sie Zeuge von menschenunwürdigen Missständen in diesem Industriezweig. Plötzlich realisierte sie, dass auch sie als Konsumentin von Fast Fashion dafür Verantwortung trägt. Deshalb vertritt Livia heute die Auffassung, dass das Potential zum Wandel vom Konsumenten selbst ausgehen muss, der eine mächtige Wirkung auf Modeunternehmen hat – die Nachfrage bestimmt schließlich das Angebot. Ein Label muss also auf die Ansprüche der Käufer reagieren, um am Markt zu bestehen. Solange aber der Preis über den Konsumenten Macht hat, wird der Markt von billiger und ausbeuterischer Mode überschwemmt. Dennoch sage ein hoher Preis alleine nichts über die Nachhaltigkeit eines Produktes aus. Interessant sei auch der psychologische Effekt: Je mehr Geld für ein Bekleidungsstück investiert wird, desto achtsamer scheint man damit umzugehen. Billigkleidung wird oft nicht in gleichem Maße geschätzt.

Livia wünscht sich mehr ethisches Bewusstsein – vor allem bei Frauen. Sie lernen oft schon in jungen Jahren stolz auf ihre Kleidung zu sein, ohne zu hinterfragen. Mit der Green Carpet Challenge (GCC) trifft sie genau diesen Nerv. Anfangs startete alles wie ein Spiel. Eine ehemalige Designerin beklagte sich bei Livia über die vielen Reststoffe und Altkollektionen, die keinen Zweck mehr erfüllten und entsorgt werden könnten. Doch Livia hauchte ihnen mit viel Phantasie neues Leben ein. Immer mehr Freunde schlossen sich an oder kamen auf kreative Ideen, unbrauchbare Stoffe und Kleider aufzuwerten und neue Styles zu erfinden. Große Modebrands wie Tom Ford, Victoria Beckham, Prada, Gucci uvm. nahmen die Challenge an und präsentierten ihre Kreationen.

Es stellt sich die Frage warum ein Umdenken für die meisten Unternehmen so schwierig zu sein scheint? Livia erklärte, wie kompliziert es ist, das Geflecht der Lieferkette einer konventionell aufgebauten Marke in eine vollkommen nachhaltige umzuwandeln. Dennoch ist es realisierbar und Livia sagt:

“Wo ein Wille zum Wandel ist, ist auch ein Weg!”  

Sie selbst kam heute von Kopf bis Fuß in nachhaltiger Kleidung zur Konferenz und zeigte somit allen wie man mit gutem Beispiel vorangeht und sagte zum Abschluss:

“Wir haben heutzutage Zugang zu so vielen Informationen und es gibt keine Entschuldigungen mehr dafür weiterhin Fast Fashion zu konsumieren!” 

Genauso sieht puristica das auch!!!

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Livia Firth, Gründerin von Eco Age auf der ZEITmagazin KONFERENZ Mode & Stil
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