Kunstfaser wie Elastan, Polyacryl oder Polyester sind in Kleidungsstücken allgegenwärtig. Durch ihre hohe Reißfestigkeit helfen sie dem Kleidungsstück zwar in Form zu bleiben, doch wisst ihr was passiert, wenn sie gewaschen werden? Winzige Partikel lösen sich aus dem Gewebe. Es entsteht Mikroplastik, das von Abwasseranlagen nicht gefiltert werden kann und somit ins Grundwasser gelangt.

Ein anderes Problem ist, dass Plastik sehr lange braucht, um zu verrotten. Müllberge von ausrangierter Kleidung bedeuten also auch Plastikberge. Inzwischen geht man davon aus, dass sogar bis 35% des im Meer schwimmenden Plastiks von Kleidungsstücken stammen könnte. Ein nachträgliches Entfernen von Mikroplastik aus der Umwelt ist bisher nicht möglich. Was könnt ihr also dagegen tun? Wir haben 12 Tipps für euch:

  1. Die einfachste Methode um Plastik zu vermeiden, ist zugleich die große Herausforderung, da fast überall Kunstfasern mitmischen. Entscheidet euch nur für Kleidung aus naturreinen Textilien wie Baumwolle, Hanf, Wolle und co. Viele Eco Labels verzichten auf künstliche Textilien. Recherchieren könnt ihr in unserem Shopping Guide.
  2. Die Zutaten eurer Kleidungsstücke spielen auch eine große Rolle. So sollten auch Garne, Knöpfe und Reißverschlüsse nicht aus Plastik bestehen. Bei guten Eco Labels wird zum Glück auch darauf geachtet.
  3. Realistisch betrachtet, haben gegenwärtig sehr viele von uns Plastikfasern im Schrank. Damit während des Waschvorgangs kein Mikroplastik in das Abwasser gelangt, könnt ihr den  Waschbeutel  GUPPY FRIEND verwenden. Er fängt dank seiner feinen Maschen die kleinen Partikel auf.
  4. Die meiste Kleidung muss nach einmaligem Tragen nicht sofort in den Wäschekorb. Oftmals genügt es, sie zu lüften oder nur die verschmutzten Stellen zu reinigen.
  5. Wenn wir schon beim Waschen sind: Manche Waschmittel enthalten bereits Mikroplastik (mal ganz abgesehen von der Plastikverpackung selbst), begünstigen das Ablösen von Fasern. Ökologische Waschmittel sind deshalb oft die bessere Wahl. Ob ihr euren Waschmittel vertrauen könnt, erfährt ihr zum Beispiel über Codecheck.
  6. Tragt eure Kleidung oft und gerne, bevor ihr neue kauft. Rund 40% hüten hierzulande jeden Kleiderschrank, werden nicht oder nur selten getragen.
  7. Apropos nicht getragen: Bevor etwas in der Tonne landet, solltet ihr eure Sachen lieber tauschen, verschenken oder verkaufen! Das hat gleich mehrere Effekte: Es macht Spass, bereitet anderen eine Freude und es klingelt in der Kasse. Kleiderkreisel, Tauschpartys oder Flohmärkte sind die Schlüsselworte.
  8. Umgekehrt gilt das auch für die Shopping-Jagd auf  “Neues”. Von Freunden ausleihen, mit ihnen tauschen oder auch mal einen Second Hand Shop aufsuchen, stillt so manche Begehrlichkeit. Ein innovatives Modell ist zum Beispiel die Kleiderei. Dort kannst du die monatlich Kleidung deiner Wahl ausborgen. Unser Interview mit Co-Gründerin Pola Fendel könnt ihr hier lesen.
  9. Lasst euch nicht von spontanen Impulsen beim Shoppen verleiten. Stellt euch die Frage, ob ihr das wirklich braucht und regelmäßig tragen werdet. Allzu preiswerte (Kunstfaser-) Schnäppchen für eine Partynacht sind dann nicht mehr so verführerisch. Wegwerf-Mode braucht nämlich kein Mensch!
  10. Kauft Qualität nicht Quantität. Bewusste Entscheidungen zu treffen sind das A und O. Qualität hat zwar ihren Preis aber verglichen mit der nicht getragenen Textilmasse im Schrank ist sie oftmals sogar günstiger und langlebiger.
  11. Bevor ihr euch von einem geliebten Kleidungsstück verabschiedet, versucht es doch mit Reparatur oder ÄnderungEin Loch ist leichter gestopft, als ihr denkt.
  12. Es ist nichts mehr zu retten? Dann wäre Upcycling und Reuse noch eine Lösung. Was könnt ihr aus den guten alten Stoffen noch zaubern? Kinderkleidung, Einkaufsbeutel, kleine Geschenke oder stylishe Putztücher?

Was sind eure Erfahrungen mit eurem Kleiderschrank? Wieviel Plastik steckt bei euch drin und welche Tipps habt ihr gegen textilen Mikroplastik und rasanten Kleidungskonsum?

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*(Werbung, wegen Nennung von Marken und Unternehmen)*

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