Ökologische Wirkung von Mischkulturen im gemeinsamen Beet ©ichsehgruen

VITAMINBOMBEN VOM BEET & BALKON

Frisches Gemüse oder Obst direkt vom Balkon zu ernten, ist genauso gut möglich wie aus dem Garten. Während der heimische Garten mehr Platz bietet, ist das urbane Gärtnern eine besondere Herausforderung. Es gibt jedoch ein paar Tricks, die jeden freien Fleck optimal ausnutzen. Neben gewöhnlichen Balkonkästen oder Töpfen können auch vertikale Beete, Hochbeete oder Hängetöpfe verwendet werden.

ÖKOLOGISCHE MISCHKULTUREN

Wer gute Erträge erzielen möchte und auf chemische Dünger und giftige Schädlingsbekämpfung verzichten möchte, sollte es mit Mischkulturen versuchen. Das Prinzip ist einfach: gleichzeitiger Anbau (Etagenkultur, Untersaat, Zwischen-, Rand-, Reihenpflanzung) von mehreren Nutzpflanzen in einem Beet, die durch die Pflanzennachbarschaften oberirdisch und unterirdisch voneinander profitieren. Die Kombinationsmöglichkeiten sind groß. Für die Einsteiger unter euch haben wir die beliebtesten Klassiker und deren perfekte Symbiosen für euch zusammengetragen:

Wer liebt sie nicht? Erdbeeren gehören zu den Lieblingsfrüchten und finden in fast jedem Garten ein Zuhause. Auch auf dem Balkon in größeren Balkonkästen oder Kübeln angebaut, können Erdbeeren zusammen mit ihren Begleitern gut gedeihen. Die roten Vitamin C-Bömbchen verstehen sich besonders gut mit Knoblauch, Zwiebeln, Feld- und Kopfsalat. Einfach eine Knoblauchzehe in die Erde gesteckt und schon entsteht daraus eine Gewürz- und Heilpflanze, die das Beet vor Pilzkrankheiten und Insektenfraß schützt.

Tomaten benötigen einen sonnigen Standort und wenn auf dem Balkon angebaut auch einen großen Topf. Nicht nur auf dem Teller, sondern auch im Beet passen Salate wie Rucola, Eichblatt-, Kopf- und Feldsalat hervorragend dazu. Basilikum reiht sich geschmacklich ein, beugt Mehltau vor und schützt vor der Weißen Fliege. Radieschen, Kohlrabi, Paprika, Möhren und Lauch harmonieren ebenso mit der Tomate. Kapuziner- und Gartenkresse helfen gegen Blattläuse und Petersilie mit Zwiebel gegen Krautfäule.


Die Kartoffel hat eine lange Tradition in Deutschland und zählt seit dem 18. Jahrhundert zu den Grundnahrungsmitteln. Sie verstehen sich gut mit Kümmel, Koriander und Dicke Bohnen (die man sogar schon im Januar/Februar (!) aussäen kann). Sie alle können gegen den Kartoffelkäfer helfen. Spinat beugt der Knollen- und Krautfäule vor. Calendula zwischen den Kartoffeln gepflanzt, hilft gegen Nematoden, Drahtwürmer und erhöhen den Ernteertrag. Außerdem fördern sie die Bodengesundheit. Für den Anbau auf dem Balkon werden sehr große Kübel oder Pflanzsäcke (Achtung! Bitte nicht die aus Plastik!) benötigt. Geeignete Sorten für den Balkon sind zum Beispiel ‘Blaue Anneliese’ (verträgt Hitze, Dürre und auch Regen sehr gut), ‘Rote Emmalie’, ‘Dänische Spargelkartoffel’ oder ‘Vitelotte’ (in einem 40 Liter Kübel erzielt sie sehr gute Erträge).

Ein Garten bietet oft ausreichend Platz für Obstbäume. Für den Balkon gibt es mittlerweile gute Züchtungen für den Kübel. Säulenobst oder Miniaturbäume können erstaunlich viele Früchte tragen.

Die Bepflanzung der Baumscheibe ist für Gesundheit und Wachstum des Obstbaumes eine natürliche Möglichkeit, um auf Chemiekeulen zu verzichten. Steinklee, Gamander, Spinat, Kapuzinerkresse, Fetthenne, Sterndolde und Wildkräuter geben Duftstoffe ab, die Blattläuse, Ameisen und andere Obstschädlinge fern halten. Brennessel hilf Pilzbefall zu verhindern. Kamille, Tagetes und Caledula wirken gegen Nematoden. Allgemein gesundheitsfördernd ist die Wirkung von Pfefferminze, Melisse und Meerrettich. Beinwell soll das das Wachstum durch seine Wurzelausscheidungen fördern. 

Der Apfelbaum liebt Eisenhut und Veilchen. Kapuzinerkresse soll den Apfelblattsauger vertreiben und Knoblauch hilft gegen Schorf. Löwenzahn hemmt die Blattchlorose von Äpfeln. Fingerhut, Taubnessel, Schneeglöckchen, Gundelrebe und Löwenzahn sind die guten Begleiter der Birne. Letzterer hilft auch hier gegen die Blattchlorose. Ungünstig sind Himbeere, Wachholder und Salbei. Kirschen mögen Waldmeister, Schnittlauch und auch den Löwenzahn. Gegen die Narren- oder Taschenkrankheit an Steinobst hilft Knoblauch. Maiglöckchen verhindern Monila und der Rote Fingerhut stoppt Gummifluss. Immergrün passt nicht gut zu Kirschen.Mirabellen vertragen sich nicht gut mit Kirschen und sollten nicht in unmittelbarer Nähe angepflanzt werden. Zu ihr passen Zwiebel, Senf, Knoblauch und Klee. Der Pfirsichbaum braucht gegen die Kräuselkrankheit Knoblauch in Kombination mit nicht rankender Kapuzinerkresse. Für die Pflaume und Zwetschge sind Knoblauch, Lerchensporn, Scharbockskraut, Phacelia, Gartenmelde und Feldsalat günstige Bepflanzungen.

Auch bei unseren Gesundheitshelfer, den Kräutern, gilt es auf die Zusammenstellung zu beachten. Mit ihren Duftstoffen helfen sie einander gegen Schädlingsbefall und der richtige Nachbarn regt den Wachstum positiv an. Faktoren wie Standort, Bodenqualität oder Wasserbedarf sind ebenfalls von Bedeutung. Kräuter passen zum Glück auf jede Fensterbank und gehören in jeden Garten.

Die beiden Sonnenanbeter Majoran und Rosmarin passen hervorragend zusammen. Sie benötigen einen warmen, eher trockenen Platz. Ebenfalls sonnig aber mit etwas mehr Feuchtigkeit lieben es Estragon, Melisse, Salbei, Schnittlauch und Thymian. Einjährige Kräuter wie Petersilie, Boretsch, Dill, Gartenkresse sind beste Freunde und könnten nebeneinander in einem Topf gepflanzt werden.

Ein paar wenige Feinde gibt es auch unter den Kräutern. Schnittlauch sondert eine Säure ab, die der Petersilie nicht bekommt. Basilikum, das mit fast allen gut verträglich ist, ist jedoch nicht gut Freund mit Melisse und Minze. Die Kamille verträgt sich nicht mit der Pfefferminze, da sie völlig unterschiedliche Böden benötigen. Fenchel und Koriander können sich ebenfalls nicht riechen.

Singles unter den Kräutern gibt es auch. Dazu gehören Liebstöckel, Kurkuma, Lorbeer und Zitronengras. Minze pflanzt man am besten in einem Topf, da das Wachstum regelrecht ausartet und andere Kräuter und Pflanzen verdrängt. Der frische, angenehme Duft ist dafür unvergleichlich.

Salbei ®ichsehgruen





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ÖKOLOGISCHE VITAMINBOMBEN | SYMBIOSEN DER MISCHKULTUR #GreenGardeningChallenge #3

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